1. Oktober 2018

LogoZentrum Lindlar sponsert Jugend-Fußballmannschaft des Heilgenhauser SV
Rückblick auf das Tages-Seminar „Das private, geordnete Üben der Sprache“, das
Dr. Volker Middeldorf am Samstag, 29.9.2018 im LogoZentrum Lindlar abgehalten hat.

Das Seminar „Das private, geordnete Üben der Sprache“ wurde von neun Personen besucht.
Alle haben zu Beginn ihre drei wichtigsten Fragen notiert, auf die dann im Laufe des Seminars an den entsprechenden Stellen Antworten gesucht und diskutiert wurden.

Weil nach eigenen Untersuchungen von 98 % der aphasisch Betroffenen als Hauptziel der Rehabilitation / der Restitution der Sprache  „wieder sprechen können“ genannt wird, wurde dem „SPRECHEN“ besondere Aufmerksamkeit geschenkt. Sprechen wurde zum inhaltlich-roten Faden des Seminars.

Middeldorf stellte zunächst einige Thesen zur Notwendigkeit des Übens neben der Sprachtherapie auf, bevor er an Hand seines 5-Säulen-Modells die wesentlichen Felder des Übens mit den Seminarteilnehmern diskutierte:

  1. Säule: Das Sprach- und Sprech-Modell – die Ziel-Handlung (Eindeutige Beschreibung und Ausführung der Ziel-Handlung, Erarbeitung, Feedbacks, …)
  2. Säule: Die Korrektur – Eigenkorrektur und Fremdkorrektur (Transparenz, Bewusstmachung, Sprachgefühl, …)
  3. Säule: Neu-Lernen – Wiederholungen + Speichern – Abrufen (Monomodale versus polimodale Präsentation von Sprache, Übungs-Setting, Multisensorisches Wahrnehmen und Verarbeiten von Sätzen, …)
  4. Säule: Frage – Antwort – Dialog (Plattform für das Einprägen von Satzstrukturen, Frage-Strukturen, dialogischer Charakter eines Gesprächs, …)
  5. Säule: Das geordnete Üben (Intuitives Üben versus geordnetes Üben, unspezifische und spezifische (Logo-) Übungen, Struktur und Aufbau einer Übungssitzung, Rahmenbedingungen für effektives Üben, Auswahl passender Sprach- und Sprechübungsmedien, usw.)

Darüber hinaus wurden verschiedene Aspekte im Zusammenhang mit einem geordneten Üben erörtert: Vergessen, Motivation, Fragen, Geduld, das spezielle Lernen einer jeden aphasischen Person, wann ist das Üben mit PartnerIn / ohne PartnerIn sinnvoll / notwendig ?, Übungshäufigkeit, Technische Hilfs-, Therapie- und Übungsmittel, Komponenten eines lerneffektiven Übens usw.

Nach neun 45-minütigen Seminarstunden schloss sich noch eine Frage- bzw. Diskussionsrunde an.

Alle Teilnehmer signalisierten, dass sie nach diesem Tag eine neue, klarere Sichtweise und Einstellung in Bezug auf das Üben haben. Üben ist sinnvoll, Üben ist machbar, Üben befördert den sprachtherapeutischen Prozess.

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