Störungsbilder



A   B   D   G   H   L   M   P   R   S   V   W   Z

A

Agrammatismus

auch Dysgrammatismus genannt.
Fehlerhafte Grammatik bei Kindern im Zuge einer Sprachentwicklungsstörung bzw. -verzögerung, bei Erwachsenen z.B. nach einem Schlaganfall (Apoplex)

Aphasie

Erworbene, zentrale Sprachstörung, die durch hirnorganische Schäden entsteht z.B. verursacht durch einen Schlaganfall, Hirnverletzungen etc.
Es können alle Sprachebenen betroffen sein (Sprechen, Verstehen, Schreiben, Lesen …).
Die Ausprägung einer Aphasie kann von minimalen Defiziten bis zu schwersten Störungen reichen, eine Aphasie kann sich innerhalb von Tagen bis zu mehreren Jahren verbessern

Aphonie (Stimmlosigkeit)

Auditive Wahrnehmung, Störung der
Obwohl das Hörvermögen intakt ist, kann die zentrale Verarbeitung von Sprache gestört sein.
Beim Hörer entsteht ein wenig differenzierter Höreindruck, z.B.:
Ähnliche Laute können nicht gut differenziert werden (K-T), oder die Merkfähigkeit für gehörtes ist eingeschränkt. Hierbei kann sich ein Kind z.B. nur kurze Verse merken, oder es fällt dem Kind schwer, Reimwörter zu finden, oder ein Kind kann nur mit Mühe in einer lauten Umgebung das Wesentliche heraushören

Autismus

Hier hat ein Kind eine deutliche Beeinträchtigung im Bereich der sozialen Interaktion und der Kommunikation. Die Sprachentwicklung kann verzögert sein oder völlig ausbleiben


B

Balbuties

siehe Stottern

Berufsdysphonie

Bei Menschen mit Sprechberufen auftretende Stimmstörung,
siehe Dysphonie


D

Dysarthrie

auch Dysarthrophonie
Störung des Sprechens und der Stimme infolge von Erkrankungen und Läsionen von Hirnregionen meist nach einem Schlaganfall, einem Schädelhirntrauma oder verschiedenen neuronalen Erkrankungen

Dysgrammatismus

siehe Agrammatismus
Störung der Grammatik im Kindesalter z.B. fehlerhafter Gebrauch der Verben, der Artikel, der Satzstellung etc.

Dyskalkulie

BITTE NOCH DEFINIEREN! – die anderen Begriffe evtl. auch

Dyslalie

Artikulationsstörung
Fehlerhafter Gebrauch eines oder mehrerer Laute z.B. Ersetzung von Lauten (Kinder – ‚Tinder‘) siehe phonologische Störung und Sigmatismus

Dyslexie

Störung im Erlernen des Lesens.

Dysphagie

Schluckstörung – die Nahrung bzw. Flüssigkeit kann nicht richtig geschluckt werden.

Dysphonie

Stimmstörung verschiedener Ausprägung mit meistens heiserer oder belegter Stimmbildung oder Veränderungen der Stimmtonlage Ursachen können organischer, psychischer oder funktioneller Natur sein

Dysprosodie

Störung der Sprechmelodie


G

Gaumenspalte

siehe Lippen-Kiefer-Gaumenspalte


H

Hörstörungen

Bei einem schlechten Gehör kommt es fast immer zu Sprechstörungen, wie z.B. einer undeutlichen Aussprache, einem geringen Wortschatz oder Auffälligkeiten im Bereich der Sprechmelodie oder der Stimmbildung

Vor jeder Therapie mit Kindern sollte daher ein Hörtest durchgeführt werden.


L

Legasthenie

Spezielle Störung der Beziehung zwischen geschriebenem Wort und dem ausgesprochenen Wort (Lese-Rechtschreibschwäche –› LRS)

Lippen-Kiefer-Gaumenspalte

Pränatale Missbildung unterschiedlicher Ausprägung, betroffen können Lippen und/oder Kiefer und/oder Gaumen sein, kann zu Artikulationsstörungen führen und/oder zu einem nasalen Stimmklang

Lispeln

siehe Sigmatismus


M

Mutismus

Obwohl ein Kind sprechen kann, spricht es nicht bei einem (meist) fremden Personenkreis (elektiver Mustismus).
Beim totalen Mutismus handelt es sich um ein vollständiges Nichtsprechen.

myofunktionelle Störung

auch Zungenpressen
Beim Schlucken legt sich die Zunge in einer bestimmten physiologischen (gesunden) Stellung an den Gaumen, ist das nicht der Fall, liegt eine myofunktionelle Störung vor.
Folgen dieser Störung sind unter anderem Zahnfehlstellungen, Mundatmung, zu enger und zu hoher Gaumen. Eine myofunktionale Therapie wird in der Regel vom Kieferorthopäden verschrieben


P

Störung der Artikulation, anders als beim Sigmatismus ist hier nicht oder nicht nur die motorische Bildung der Sprachlaute betroffen, sondern das innere phonologische System. Dieses unterscheidet die Laute nach bestimmten Kriterien z.B. stimmhaft oder nicht stimmhaft, eine Störung in diesem System führt zu Lautersetzungen (hier z.B. /p/ statt/b/)

Poltern

Redeflussstörung bei der der Betroffene einen überhasteten Sprechablauf zeigt. Dieses führt zu Silbenauslassungen, Silben- und Wortverschmelzungen und insgesamt zu einer sehr undeutlichen verwaschenen Aussprache, zum Teil in Verbindung mit Stottern


R

Recurrensparese

Lähmung der Stimmlippe(-n) häufig in Folge einer Schilddrüsenoperation

Rhinophonie

Näseln, Nasalitätsstörung
Neben dem Begriff Rhinophonie werden außerdem die Begriffe Rhinolalie, Rhinophonolalie, Palatophonolalie oder auch Dysglossia palatalis gebraucht.


S

Schetismus

Fehlerhafte Aussprache des Lautes /sch/

SEB

Sprachentwicklungsbehinderung
Dies stellt nach der hier verwendeten Definition eine allgemeine Sprachentwicklungsstörung dar

SES

Sprachentwicklungsstörung
Eine Sprachentwicklungsstörung ist eine zeitliche (mehr als 6 Monate) und/oder inhaltliche Abweichung von der normalen Sprachentwicklung im Kindesalter. Es wird unterschieden zwischen einer allgemeinen (mit anderen Beeinträchtigungen) und einer spezifischen (ohne erkennbare andere Beeinträchtigungen) SES

SEV

Sprachentwicklungsverzögerung
Verzögerung der normalen Sprachentwicklung um weniger als 6 Monate, nach dieser Definition kein Grund für eine sprachtherapeutische Behandlung

Sigmatismus

Fehlerhafte Aussprache des Lautes /s/
–› Lispeln (partielle Dyslalie, der Laut /s/ wird fehlerhaft gebildet), interdental – die Zunge ist beim /s/ zwischen den Zähnen,
addental – die Zunge ist beim /s/ an den Zähnen dadurch wird der Klang des /s/ verändert,
es gibt noch viele andere Formen des Sigmatismus

Sprachanstrengung

Schwierigkeiten, Gedanken in sprachliche Formulierungen umzusetzen.

Stimmermüdung

Stetig abnehmende Leistungsfähigkeit der Stimmfunktionen

Stottern

Redeflussstörung mit unfreiwilligen Blockierungen, Wiederholungen und Dehnungen. Meist treten Begleiterscheinungen wie Mitbewegungen, sozialem Vermeideverhalten, Satzumstellungen u.s.w. auf


V

Verbale Dyspraxie

seltene Artikulationsstörung, bei der der motorische Ablauf zur Bildung der Sprachlaute innerhalb von Wörtern zentral gestört ist. Folgen sind: sehr später Sprechbeginn, inkonsequente Fehlbildungen, undeutliche Aussprache, zum Teil Vokalsprache, Suchbewegungen


W

Wortfindungsstörung

Häufig bei Aphasikern – Unfähigkeit das passende Wort abzurufen,
kommt auch selten bei Kindern vor, meist zusammen mit einem zu kleinen Wortschatz

Wortschatz

Störung des Wortschatzes sind in der Regel zu kleiner Wortschatz und /oder semantische Auffälligkeiten d.h. z.B. Oberbegriffe (Obst) und Unterbegriffe (Apfel) können nicht richtig zugeordnet werden


Z

Zungenpressen

Siehe myofunktionale Störung

 

Quellen:
Ulrike Franke, Logopädisches Handlexikon, UTB Stuttgart, ISBN 978-3825207717
Ulrike Franke, Barbara Lleras, Susanne Lutz: Artikulationstherapie bei Vorschulkindern. Diagnostik und Didaktik. Reinhardt, München 2001, ISBN 978-3-497-01402-6
Josefine Kramer: Der Sigmatismus. Universitätsverlag, Freiburg 1967, ISBN 978-3727804557
Josefine Kramer: Wenn Kinder stammeln. Walter, 1945. ASIN B0000BKG05
Martina Weinrich, Heidrun Zehner: Phonetische und Phonologische Störungen bei Kindern. Springer, Heidelberg 2005, ISBN 3-540-23041-6


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