Störungsbilder



A   B   D   E   F   G   H   J   L   M   N   P   R   S   V   W

A

Agnosie (auditive/akustische)

zentral bedingte Unfähigkeit, die Bedeutung sensorischer Reize (hier Geräusche/lautliche Signale) trotz intakter Sinnesorgane zu erfassen – Geräusche und lautliche Signale können nicht erkannt und begrifflich identifiziert werden. 16

Agraphie

sieheDysgraphie

Alexie

siehe auch Dyslexie
Unfähigkeit zu Lesen bei intaktem Sehen. Oft mit Agrafie (Unfähigkeit des Schreibens) bei Aphasie auftretend. Beinhaltet auch die Störung des Lesesinnverständnisses und kann sich auf die einzelnen Buchstaben oder ganze Wörter beziehen.16

Amnestische Aphasie

sieheAphasie

Anarthrie

Unfähigkeit zu sprechen; schwerste Form der Dysarthrie bzw. der Sprechapraxie 11

Agrammatismus

Eine Störung, die nach einer neurologischen Erkrankung im Zuge einer Aphasie auftreten kann. Dabei kommt es meist zu Ein- bis Zweiwort-Sätzen, welche häufig lediglich Inhaltswörter ohne syntaktische Verknüpfung beinhaltet z.B. “Wochenende Hause„. Des Weiteren werden Artikel, Pronomen oder Präpositionen ausgelassen und es fehlen Flexionsformen bei Nomen oder Adjektiven. Es kommt ebenfalls zu Satzabbrüchen. 5

Aphasie

Eine erworbene zentrale Sprachstörung, welche nach abgeschlossenem Spracherwerb durch hirnorganische Schäden z.B. verursacht durch einen Schlaganfall entsteht. Da sich die Sprachzentren bei den meisten Menschen in der linken Hirnhälfte befinden, kommt es häufig nach einer linksseitigen Läsion zu einer Aphasie. Hierbei können alle Sprachmodalitäten betroffen sein: Sprachproduktion, Sprachverständnis, Schreiben und Lesen. Es ist somit keine Denk- oder Hörstörung. Die Ausprägung einer Aphasie kann von minimalen Defiziten bis zu schwersten Störungen reichen. Einige Symptome bilden sich nach kurzer Zeit zurück, wohingegen andere sprachliche Einschränkungen über einen längeren Zeitraum bestehen bleiben und sich nur schrittweise bessern können.

Grundsätzlich werden vier Aphasie-Syndrome unterschieden:

  1. Globale Aphasie = Hierbei zeigen sich meist deutliche Beeinträchtigungen in allen Sprachmodalitäten. Das Leitsymptom sind Sprachautomatismen z.B. eine Aneinanderreihung von Silben „dododo“, Wörtern „Auto Auto“ oder Phrasen „passt schon“.
    Sprechversuche des Patienten enden häufig in der Produktion des für ihn typischen Automatismus. Es bedeutet für den Patienten größte Anstrengung, seinen Automatismus zu hemmen und ein anderes Wort abzurufen.
  2. Wernicke-Aphasie = Das Leitsymptom ist der Paragrammatismus, bei dem komplexe Sätze mit Satzteilverschränkungen, -dopplungen und -vertauschungen, sowie falschen Flexionsformen (z.B. „Mein Freund will mir morgen besuchen.“) gebildet werden. Außerdem kommt es zu semantischen (z.B. „Tisch“ statt „Stuhl“) und phonematischen (z.B. „Tinsch“ statt „Tisch“) Verwechslungen. Häufig treten ebenfalls Wortneuschöpfungen (Neologismus) z.B. „Eiergarten“ oder „Uksenstein“ auf.
  3. Broca-Aphasie = Das Leitsymptom ist der Agrammatismus. Hier produzieren die Patienten meist Ein- bis Zweiwort-Sätze z.B. „Ich Auto“ oder „Krankenhaus fahren“. Dabei fehlen Funktionswörter (z.B. Präpositionen) und Flexionsformen. Des Weiteren kommt es häufig zu Satzabbrüchen.
  4. Amnestische Aphasie = Das Leitsymptom sind Wortfindungsstörungen. Der Patient kommt beim Sprechen ins Stocken und es zeigen sich Wiederholungen, Satzabbrüche oder Redefloskeln. Dies lässt auf eine ungenaue Bedeutung des Zielwortes (z.B. „Ich gehe ins Kino…nein, nicht Kino…ich meine…ach egal.“ Zielwort: Oper) oder auf Schwierigkeiten bei der Wortformaktivierung schließen. Bei Letzterem ist dem Patienten die Bedeutung des Zielwortes klar und er kann dieses gut umschreiben. Es liegt ihm sozusagen „auf der Zunge“ (z.B. Ich habe meine Mu, nein nicht Mutter. Meine Sches hm also nicht Bruder sondern so ähnlich.“) 5

Aphonie (Stimmlosigkeit)

vollständige Unfähigkeit zur Stimmgebung 11

Aspiration

Eindringen von Speichel, Nahrung oder Flüssigkeit in die Atemwege unterhalb des Stimmlippenniveaus. 4

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörung

Auditive Verarbeitungs- und Wahrnehmungsstörungen (AVWS) sind Störungen zentraler Prozesse des Hörens, die u. a. die vorbewusste und bewusste Analyse, Differenzierung und Identifikation von Zeit-, Frequenz- und Intensitätsveränderungen akustischer oder auditiv-sprachlicher Signale sowie Prozesse der beidohrigen Interaktion (z. B. zur Geräuschlokalisation) und Verarbeitung ermöglichen. 18 Die auditiven Teilfunktionen können in unterschiedlicher Art und Ausprägung betroffen sein. Hierzu zählen zum Beispiel: Lokalisation (Richtung und Entfernung der Schallquelle), Diskrimination (Unterscheiden), Selektion (Herausfiltern) und Dichotisches Hören (beidohriges Hören). 19

Autismus

nach ICD 10 gelten Autismus Spektrum Störungen als tiefgreifende Entwicklungsstörungen mit unterschiedlichen Symptomen, Ausprägungen und Schweregraden. Zu den Hauptmerkmalen zählen ein reduziertes Interesse an sozialen Kontakten sowie ein reduziertes Verständnis sozialer Situationen, Veränderungsangst und Neigungen zu Stereotypien. 16

Die Kommunikation von Menschen mit ASS zeichnet sich durch Geradlinigkeit, Ehrlichkeit und Direktheit aus. Körpersprachliche Ausdrucksformen und sozialen Inhalten werden kaum oder als unbedeutend wahrgenommen. Sprache wird selten als kommunikatives Mittel verstanden. Äußerungen werden häufig wortwörtlich genommen. Während Menschen mit Asperger-Syndrom eine sehr genaue und hoch elaborierte Sprache verwenden, nutzen Menschen mit Frühkindlichem Autismus Sprache kaum als Kommunikationsmittel. Hier zeigen sich auch häufig Echolalien, ein Wiederholen von Äußerungen des Gesprächspartners. 20


B

Balbuties

Synonym für Stottern siehe Stottern

Berufsdysphonie

siehe Stimmstörungen
Eine Stimmstörung, welche bei Menschen in Sprechberufen z. B. Lehrern auftreten.

Broca-Aphasie

siehe Aphasie


D

Dysarthrie

auch Dysarthrophoniegenannt.
Eine erworbene Störung des Sprechens. Dabei können die Bereiche Atmung (Respiration), Stimmgebung (Phonation) und Lautbildung (Artikulation) infolge einer Schädigung von Hirnregionen, der Hirnnerven oder des neuromuskulären Übergangs meist nach einem Schlaganfall, einem Schädelhirntrauma oder verschiedenen neuronalen Erkrankungen beeinträchtigt sein. Dadurch kommt es zu einer verringerten Verständlichkeit des Patienten. 1, 8

Dysgrammatismus

Morphologisch-syntaktische Störung
Eine Störung der Grammatik im Rahmen einer Sprachentwicklungsstörung. Es können Schwierigkeiten in der Satzbildung (Syntax), sowie im korrekten Gebrauch grammatischer Strukturen z.B. Verbflexion, Artikel und Pluralbildung (Morphologie) entstehen. 2

Dysgraphie

Unfähigkeit bzw. Einschränkungen beim Aufschreiben von Wörtern und Sätzen. Es tritt häufig im Rahmen einer Aphasie auf und lässt sich in verschiedene Bereiche einteilen.
Zum einen gibt es die Tiefendysgraphie, bei dem Nomen und Verben geschrieben werden können. Jedoch kommt es zu Auslassung, Ersetzungen oder Hinzufügungen von Buchstaben. Funktionswörter und für den Patienten unbekannte Wörter können meist nicht geschrieben werden.
Zum anderen gibt es die Oberflächendysgraphie, bei der Wörter, die anders gesprochen als geschrieben werden, Schwierigkeiten bereiten. 6

Dyskalkulie

Eine Beeinträchtigung der Rechenfertigkeiten, welche nicht auf eine verminderte Intelligenz oder unangemessene Beschulung zurückzuführen ist. Es zeigen sich vor allem Schwierigkeiten in den grundlegenden Rechenfertigkeiten Addition, Subtraktion, Multiplikation und Division. 6

Dyslalie

Eine Störung der korrekten isolierten sprechmotorischen Bildung von Lauten (siehe auch siehe phonetische Störung).
Es kann in drei Bereiche eingeteilt werden:

  • Partielle Dyslalie = 1–2 Laute werden fehlgebildet oder ersetzt
  • multiple Dyslalie = es werden mehr als zwei Laute fehlgebildet, die Verständlichkeit ist weiterhin vorhanden
  • universelle Dyslalie = durch viele Fehlbildungen ist die Verständlichkeit deutlich reduziert 2

Dysphagie

Eine Störung des Schluckvorgangs.
Die Nahrung, Flüssigkeit oder der Speichel können nicht sicher geschluckt werden. 4

Dysphonie

gestörte Stimmgebung; bei vollständiger Unfähigkeit: Aphonie 11

Dysprosodie

Abweichungen in Sprechmelodie und/oder Sprechrhythmus bzw. in Satzintonation, Wort- und Satzakzent 11, meist monotone oder abgehackte Sprechweise (sog. Skandieren)


E

Echolalie

Wiederholen von Äußerungen des Untersuchers mit oder ohne leichte Umformung in Wortstellung und Wortwahl 11

Entwicklungsdysphasie

Eine erwerbsbedingte Sprachstörung. Synonym der spezifischen Sprachentwicklungsstörung (SES). 6

Exekutivfunktion

Exekutivfunktionen umfassen kognitive Leistungen wie Planung, Organisation oder Arbeitsgedächtnisleistungen. Sie helfen uns dabei, unseren Alltag erfolgreich zu bewältigen oder neue, unbekannte Aufgaben zu erledigen. Störungen können sich in den genannten Bereichen sowie auf der Verhaltensebene zeigen, z. B. als überschießendes Verhalten, mangelnde Anpassungsfähigkeit oder mangelnde Selbstkontrolle. 17


F

Fazialisparese, peripher

Durch eine Schädigung des Nervus facialis (VII. Hirnnerv) kommt es zur Lähmung einer Gesichtshälfte. 4

Fazialisparese, zentral

Durch eine Hirnschädigung kommt es zur Lähmung einer Gesichtshälfte, ausgenommen der Stirnmuskulatur. 4

Exekutivfunktion

Exekutivfunktionen umfassen kognitive Leistungen wie Planung, Organisation oder Arbeitsgedächtnisleistungen. Sie helfen uns dabei, unseren Alltag erfolgreich zu bewältigen oder neue, unbekannte Aufgaben zu erledigen. Störungen können sich in den genannten Bereichen sowie auf der Verhaltensebene zeigen, z. B. als überschießendes Verhalten, mangelnde Anpassungsfähigkeit oder mangelnde Selbstkontrolle. 17


G

Globale Aphasie

siehe Aphasie


H

Hemianopsie

halbseitiger Gesichtsfeldausfall 11

Hemiparese

leichte Halbseitenlähmung als Folge einer Schädigung der gegenseitigen Hirnhälfte 16

Hemiplegie

Lähmung einer Körperhälfte durch z.B. Blutung, Embolie, Trauma der gegenseitigen Hirnhälfte. Betroffen sind v. a. Extremitäten, Zungen- und Gesichtsmuskulatur. 16

Hypertonie

Form er muskulären Dysbalance mit angespanntem, hohem Muskeltonus. 16

Hypotonie

Form er muskulären Dysbalance mit niedrigem Muskeltonus, schlaffer Muskelspannung. 16


J

Jargon

flüssige, oft überschießende Sprachproduktion mit sinnloser Aneinanderreihung von Wörtern, Redefloskeln (semantischer Jargon) bzw. von phonematisch veränderten Wörtern oder Wortneubildungen (Neologismen) (phonematischer Jargon) 11


L

Late Talker

Wörtlich: „Spätsprecher“. Kinder, die mit 2 Jahren weniger als 50 Wörter aktiv verwenden und keine Zwei- oder Mehrwortäußerungen produzieren. Es gibt für diesen Sprachentwicklungsrückstand keine erkennbare Ursache. 6

Late Bloomer

Wörtlich: „Spätblüher“. Late Talker, die Defizite in ihrer Sprachentwicklung bis zu einem Alter von 3 Jahren aufgeholt haben. 6

Lese-Rechtschreibschwäche (LRS)

Eine Lesestörung zeigt sich durch viele Fehler beim Wortlesen sowie durch eine deutlich herabgesetzte Lesegeschwindigkeit. Der Leselernprozesses ist oft geprägt von Schwierigkeiten bei der Lautunterscheidung und beim Erlernen der Zuordnung und des Einprägens der Beziehungen von Buchstaben und Lauten. Das Zusammenziehen einzelner Laute zu Wörtern (Synthese) kann ebenfalls stark verlangsamt sein. Ein automatisiertes Lesen ist durch mangelnde Gedächtnisrepräsentationen und den verzögerten Abruf von Wörtern und Wortteilen aus dem Gedächtnis häufig verlangsamt und fehlerhaft. Dies führt meist auch zu einem deutlich geringeren Leseverständnis.

Eine Rechtschreibstörung zeigt sich durch Schwierigkeiten beim Erlernen und Einprägen der Beziehungen von Lauten und Buchstaben (Graphemen) und der Lautanalyse. Dadurch werden Graphemfolgen verschriftlicht, die nicht der korrekten Schreibweise eines Wortes entsprechen. Das Einprägen der korrekten Schreibweise von Wortbestandteilen und Wörtern gelingt häufig nicht. Es werden vor allem Fehler in der Groß- und Kleinschreibung, beim Verschriftlichen von Konsonantenverbindungen sowie das Weglassen, fehlerhafte Hinzufügen von Graphemen oder Ersetzen durch Grapheme, die ähnlich klingende Laute repräsentieren und Fehler bei der Verschriftlichung von Vokallängen im Wortstamm beobachtet (Esser, Wyschkon, & Schmidt, 2002; Klicpera, Schabmann, & Gasteiger-Klicpera, 2006; Kohn et al., 2013; Landerl, 2009; Moll, Hutzler, & Wimmer, 2005; Moll & Landerl, 2009; Moll, Wallner, & Landerl, 2012; Schulte-Körne, 2010; Warnke, Hemminger, & Plume, 2004; Warnke & Roth, 2000).
Bei der kombinierten Lese-Rechtschreibstörung treten die Symptome der Lesestörung und Rechtschreibstörung gemeinsam auf. 10

Lispeln

siehe Sigmatismus

Logorrhö

ungehemmte Sprachproduktion 11


M

Mutismus

Unfähigkeit zur lautsprachlichen Kommunikation 11

myofunktionelle Störung

Beim Schluckvorgang legt sich die Zunge an den harten Gaumen, welches die physiologische Zungenstellung hierfür ist. Das Schlucken richtet sich somit gegen den Gaumen, um einen Unterdruck zum Schlucken herzustellen. Bei Schwierigkeiten mit der Zungenkoordination und -muskulatur kann es zu einem pathologischen und somit abweichenden Schluckverhalten kommen. Die Zunge drückt nicht nach oben gegen den Gaumen, sondern ist nach vorne gerichtet und stößt gegen bzw. durch die Zähne. Benachbarte Muskeln kompensieren teilweise diese Schwierigkeiten. Daher kann es ebenfalls zu Spannungs- und Funktionsabweichungen der Gesichts- und Kiefermuskulatur kommen. Folgen dieser Störung können Zahnfehlstellungen, ein offener Biss, Mundatmung, sowie ein zu enger und zu hoher Gaumen sein. 3


N

Neologismen

Wörter, die in der Standardsprache aus lautlichen (phonematischen) bzw. bedeutungsmäßigen (semantischen) Gründen nicht vorkommen. 11

Neglect

Patienten, die nach einem Schlaganfall einen Neglect aufweisen, verhalten sich so, als würde eine Seite des Außenraumes für sie nicht mehr existieren. Gegenstände, die sich auf dieser Seite befinden werden nicht beachtet. Die Vernachlässigung kann nicht durch Lähmungen, Gefühls- oder Gesichtsfeldstörungen erklärt werden. Den Erkrankten ist diese Schwierigkeit nicht bewusst. 11


P

Paragrammatismus

Satzverschränkungen und Satzteilverdopplungen in flüssiger Redeweise (z. B. Ich wohne jetzt mit meiner Frau hm wir n´klein Häuschen gekauft; ich weiß im Moment nicht sagen jetzt im Moment nicht) 5

Penetration

Eindringen von Speichel, Nahrung oder Flüssigkeit in den Kehlkopfeingang, ohne das Stimmlippenniveau zu unterschreiten. 4

phonetische Störung

Die Phonetik bezieht sich auf das Sprechen und die Sprechmotorik. Die motorische Lautbildung und das akustische Muster (Intonation, Akzent, Rhythmus und Tempo) können aufgrund der Anatomie und Physiologie der am Sprechen beteiligten Muskulatur Auffälligkeiten aufweisen. Die einzelnen Laute können somit sprechmotorisch nicht richtig gebildet werden und es zeigt sich eine konstante Ersetzung (z.B. Sigmatismus). 2, 6

phonologische Störung

Die Phonologie bezieht sich auf die Sprache und den Erwerb des einzelsprachlichen Lautsystems. Die Merkmale und Regeln sowie die Organisation der Zusammensetzung von Lauten in Silben und Wörtern werden erworben. Diese sind bedeutungsunterscheidend, da zum Teil bereits die Veränderung eines einzelnen Lautes, ein neues Wort entstehen lässt (z.B. Katze – Tatze). Hierbei kommt es folglich zu Lautverwechslungen, -ersetzungen,
-hinzufügungen und/oder -auslassungen.
Dies kann konstant, inkonstant, konsequent, sowie inkonsequent erfolgen.

  • konstant = der Ziellaut wird immer ersetzt z.B. statt /k/ wird das /t/ genannt
  • inkonstant = der Ziellaut wird teilweise ersetzt und teilweise richtig realisiert
  • konsequent = der Ziellaut /k/ wird immer durch den gleichen Laut ersetzt
  • inkonsequent = der Ziellaut wird durch unterschiedliche Laute ersetzt 2, 6


R

Recurring utterances

fortlaufende Sprachautomatismen, die aus aneinandergereihten Silben (z. B. dododo, tatata), Neologismen (z. B. männe, männe), Wörtern oder Satzfragmenten (z. B. Auto auto, pitte Lilli, schönen Tag guten Tag) bestehen 11

Redefloskel

inhaltsarme Redewendung (z. B. mal so, mal so; das Dingsda; na Sie wissen schon, da hab´ ich das gemacht) 11

Rhinophonie

Störung des Stimmklanges durch eine zu geringe (Rhinophonia clausa/geschlossenes Näseln) oder übermäßige (Rhinophonia aperta/offenes Näseln) Nutzung des nasalen Klangraumes. 15


S

Satzverschränkungen

Überschneidungen zwischen zwei aufeinanderfolgenden Satzstrukturen oder Zusammenziehen von zwei Sätzen zu einem 11

Schetismus

Fehlerhafte Aussprache des Lautes /sch/ (siehe phonetische Störung) 16

Semantik

Lehre von den Bedeutungen und Inhalten von Wörtern und Zeichen. Semantische Störung treten häufig im Rahmen von Aphasien auf. 16

Sensibilität

Reiz- und Schmerzempfindlichkeit des Organismus und bestimmter Teile des Nervensystems. Bei einer Sensibilitätsstörung kommt es zu Wahrnehmungsschwierigkeiten bezüglich des Tast-, Schmerz- und Temperatursinns. 4

Sensomotorik

bezeichnet die durch sensorische Eindrücke beherrschte, beeinflusste oder bedingte Bewegung und Bewegungsabläufe. Störungen der Sensomotorik zeigen sich z. B. als gestörte Hand-Auge-Koordination durch Beeinträchtigung in der sensorischen Reizaufnahme. 16

Sigmatismus

Fehlerhafte Aussprache der Laute /s/ oder /z/.
Es ist die häufigste phonetische Störung bei Kindern.
Es gibt unterschiedliche Fehlbildungen:

  • interdental = die Zunge liegt zwischen den Zähnen
  • addental = die Zunge stößt frontal gegen die Zähne
  • lateral = die Zunge stößt seitlich gegen die Zähne, teilweise liegt sie auch seitlich zwischen den Zähnen 2

Spontansprache

Bezeichnung für spontan produzierte Äußerungen ohne direktive Vorgaben mit der Absicht der Übermittlung von Wünschen, Bedürfnissen und Informationen. 5

Sprachanstrengung

Schwierigkeiten, Gedanken sprachlich auszudrücken – aufgrund von Wortfindungsstörungen sowie Beeinträchtigungen in der Wort- und Satzbildung 11

Sprachautomatismen

formstarre Äußerungen (z. B. neologistische Silbenabfolgen, Wörter oder Satzfragmente), die in der Sprachproduktion des Patienten (unbeabsichtigt) immer wiederkehren und weder lexikalisch noch syntaktisch in den sprachlichen Kontext passen. 11

Sprachentwicklungsstörung (SES)

Eine Sprachentwicklungsstörung ist eine zeitliche (mehr als 6 Monate) und/oder inhaltliche Abweichung von der normalen Sprachentwicklung im Kindesalter. Es wird unterschieden zwischen einer allgemeinen (mit anderen Beeinträchtigungen) und einer spezifischen (ohne erkennbare andere Beeinträchtigungen) SES 2, 6

Sprachentwicklungsverzögerung (SEV)

Verzögerung der normalen Sprachentwicklung um weniger als 6 Monate. Diese kann von den Kindern teilweise selber aufgeholt werden und benötigt keine sofortigen Therapiemaßnahmen. Aus einer Sprachentwicklungsverzögerung kann sich eine Sprachentwicklungsstörung entwickeln. 2, 6

Sprechanstrengung

sprechmotorische Schwierigkeiten aufgrund einer Beeinträchtigung von Artikulation und Phonation und des Sprechrhythmus 11

Sprechapraxie

Die Sprechapraxie ist eine erworbene neurogene Sprechstörung, die durch eine zentrale Schädigung des Nervensystems verursacht wird. Beeinträchtigt ist die Planung und Programmierung von Sprechbewegungen. 13 Es zeigen sich Symptome auf der Ebene der Artikulation, der Prosodie und des Sprechverhaltens. 14

Stimmstörungen

(funktionell)

funktionelle Stimmstörungen sind Krankheiten der Stimme, die durch eine Störung des Stimmklanges und der stimmlichen Leistungsfähigkeit gekennzeichnet sind. 12

(berufsbedingt)

berufsbedingte Stimmstörungen zeigen kein einheitliches Krankheitsbild. Sie entstehen durch exogene organische oder funktionelle Störungen.

Exogen organisch: plötzliche Ereignisse (z. B. Prellungen/Verletzungen des Kehlkopfes) oder Langzeiteinwirkung schädlicher Substanzen (z. B. chemische/mechanische Stäube)

funktionell: treten bei „Berufssprechern“ mit hoher Stimmbelastung auf wie z. B. Lehrern, Kindergärtnern, Schauspielern, Sängern 12

Stottern

Stottern ist eine Störung im zeitlichen Ablauf des Sprechens. Es führt meist zu Störungen des Sprechablaufs, des Sprechrhythmus, der Sprechbewegungen, der Sprechatmung, der Aussprache und der Stimme. Es ist gekennzeichnet durch Wiederholungen von Lauten (T-T-Tasche) und Silben (Fo-Fo-Foto), Lautdehnungen (Mmmmutter) und Blockierungen vor oder in einem Wort. 9


V

Verbale Entwicklungsdyspraxie (kindliche Sprechapraxie)

auch kindliche Sprechapraxie genannt. Die Generierung willkürlicher Bewegungsmuster, die die Bewegungsauswahl, -planung, -organisation und -initiierung des motorischen Musters (hier beim Sprechen) umfasst gelingt nur unzureichend bis gar nicht. Automatisierte Bewegungen derselben Muskulatur sind dabei nicht beeinträchtigt. 14


W

Wernicke-Aphasie

siehe Aphasie

Wortfindungsstörung

Dies zeigt sich häufig bei Patienten nach einer neurologischen Störung z.B. Schlaganfall im Zuge einer Aphasie. Hierbei werden Schwierigkeiten beim Wortabruf bezüglich der Bedeutung oder der Wortformaktivierung deutlich. Zum einen fällt es dem Patienten schwer die genaue Bedeutung des Zielwortes zu aktivieren zum anderen kommt es zu Wiederholungen oder Satzabbrüchen. Außerdem zeigen sich Wortverwechslungen, welche bedeutungsähnlich z.B. „Tisch“ statt „Stuhl“ oder bedeutungsferner z.B. „Haus“ statt „Stuhl“ sind. Zum anderen kann es Schwierigkeiten bei der Aktivierung des Zielwortes kommen, sodass den Patienten das Wort meist „auf der Zunge“ liegt, sie es jedoch nicht benennen können. Hierbei können die Patienten das gesuchte Wort meist genau umschreiben und beispielsweise den korrekten Artikel nennen.
Bei Kindern können ebenfalls Wortfindungsstörungen auftreten. Dies zeigt sich meist im Zusammenhang mit einem geringen Wortschatz. 5

Wortschatz

Störung des Wortschatzes sind in der Regel zu kleiner Wortschatz und /oder semantische Auffälligkeiten d.h. z.B. Oberbegriffe (Obst) und Unterbegriffe (Apfel) können nicht richtig zugeordnet werden



Quellen:

  1. Ackermann H. et al. (2018). Leitlinien für Diagnostik und Therapie in der Neurologie: Neurogene Sprechstörungen (Dysarthrien), S1-Leitlinie. in: Deutsche Gesellschaft für Neurologie (Hrsg.). Online verfügbar: www.dgn.org/leitlinien (abgerufen am 14.01.2018)
  2. Kannengieser, S. (2009). Sprachentwicklungsstörungen – Grundlagen, Diagnostik und Therapie. München: Elsevier
  3. Kittel, A. (2011). Myofunktionelle Therapie. Idstein: Schulz-Kirchner
  4. Prosiegel, M. & Weber, S. (2013). Dysphagie. Diagnostik und Therapie. Ein Wegweiser für kompetentes Handeln. Berlin: Springer.
  5. Schneider B., Wehmeyer M. & Grötzbach H. (2012). Aphasie – Wege aus dem Sprachdschungel. Berlin: Springer
  6. Siegmüller, J. (2011). Leitfaden: Sprache – Sprechen – Stimme – Schlucken. München: Elsevier
  7. Van Cranenburgh, B. (2007). Neurorehabilitation – Neurophysiologische Grundlagen, Lernprozesse, Behandlungsprinzipien. München: Elsevier.
  8. Vogel, M. & Ziegler, W. (2010). Dysarthrie: verstehen – untersuchen – behandeln. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  9. Schneider, P. et al. (2018). Patientenleitlinie Redefluss-Störungen: Stottern und Poltern. AWMF online. https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien (abgerufen am 28.05.2019)
  10. Diagnostik und Behandlung von Kindern und Jugendlichen mit Lese- und/oder Rechtschreibstörung. Evidenz- und konsensbasierte Leitlinie (S3); AWMF-Registernummer 028 -044 (abgerufen am 28.05.2019)
  11. Haartje, W. & Poeck, K. (2002). Klinische Neuropsychologie. Stuttgart: Georg Thieme Verlag
  12. Wirth, G. (1995). Stimmstörungen. Köln: Deutscher Ärzte-Verlag
  13. Siegmüller, J. & Bartels, H. (Hrsg.) (2011). Leitfaden – Sprache, Sprechen Stimme, Schlucken. München: Elsevier GmbH
  14. Lauer, N. & Birner-Janusch B. (2010). Sprechapraxie im Kindes- und Erwachsenenalter. Stuttgart: Georg Thieme Verlag.
  15. Wirth, G. (2000). Sprachstörungen, Sprechstörungen, Hörstörungen (5. Aufl.). Köln: Deutscher Ärzte-Verlag.
  16. Franke, U. (2016). Logopädisches Handlexikon (9. Aufl.). München: Ernst Reinhardt Verlag.
  17. Müller, S. V. (2009). Störungen der Exekutivfunktionen. Idstein: Schulz-Kirchner Verlag.
  18. http://www.dgpp.de/cms/media/download_gallery/DGPP-Leitlinie-AVWS-2015.pdf, abgerufen am 27.08.19
  19. https://www.dbl-ev.de/logopaedie/stoerungen-bei-kindern/stoerungsbereiche/komplexe-stoerungen/auditive-verarbeitungs-und-wahrnehmungsstoerung.html/; abgerufen am 27.08.2019


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